
Das Liedblatt
Ideen und Tipps für die Gestaltung von Liedblättern zum Gemeindegesang, als Programmheft oder Erinnerungsstück

Was kommt auf das Deckblatt?
Typische Angaben sind:
Name der verstorbenen Person
Geburts- und Sterbedatum
Ort und Datum der Trauerfeier
ein Foto oder eine Illustration
ein kurzer Spruch, ein Zitat oder ein Bibelvers
Bestattungshaus
Mitwirkende (Trauerrednerin, Pastorin oder Geistlicher, Sängerin, Musikerin)
Ihr müsst natürlich nicht alles davon verwenden.
Ein schönes Foto kann beispielsweise im Mittelpunkt stehen und braucht kaum weitere Gestaltung. Wenn ihr kein Foto verwenden möchtet, kann stattdessen ein Bildmotiv gewählt werden – eine Landschaft, Blumen, ein Symbol oder eine Illustration, die zu dem verstorbenen Menschen passt oder als Metapher in der Trauerrede aufgegriffen wird.
Weniger ist manchmal mehr!
Gerade bei einem kleinen A5-Heft würde ich das Deckblatt nicht mit Informationen überladen. Name, Lebensdaten und ein Bild können bereits vollkommen ausreichen.
Weitere Angaben lassen sich problemlos auf die Rückseite verschieben.
Liedblatt für eine Trauerfeier gestalten
Wenn bei einer Trauerfeier gemeinsam gesungen werden soll, sind Liedblätter eine praktische Hilfe – und können gleichzeitig zu einem persönlichen kleinen Erinnerungsstück an den Abschied werden.
In diesem Artikel zeige ich euch verschiedene Möglichkeiten für Aufbau und Gestaltung und gebe euch Tipps zu Format, Papier und Druck. Außerdem findet ihr Beispiele und Vorlagen, die ihr als Ausgangspunkt für euer eigenes Liedblatt verwenden könnt.
Liedblatt oder Programmheft?
Für ein oder zwei gemeinsam gesungene Lieder genügt häufig ein einfaches Liedblatt mit den benötigten Texten und gegebenenfalls Noten.
Möchtet ihr zusätzlich den Ablauf der Trauerfeier, Gebete, gemeinsame Texte oder weitere Informationen abdrucken, könnt ihr daraus ein kleines Programmheft machen.
Eine schöne und unkomplizierte Variante ist ein gefaltetes A4-Blatt: Auf Vorder- und Rückseite werden jeweils zwei A5-Seiten angeordnet. Nach dem beidseitigen Druck wird das Blatt einmal in der Mitte gefaltet – fertig ist ein kleines vierseitiges Heft im Format A5.
Was kann auf die Rückseite?
Wenn die Rückseite nicht selbst für einen Liedtext benötigt wird, bietet sie sich für organisatorische Angaben an, die zwar dazugehören, aber auf dem Deckblatt nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen müssen.
Deckblatt reduzieren
Um die Titelseite zu reduzieren, könnt ihr beispielsweise hinten aufführen:
Bestattungshaus
Mitwirkende (Trauerrednerin, Pastorin oder Geistlicher, Sängerin, Musikerin)
Ort und Datum der Trauerfeier
So könnte beispielsweise vorne nur ein Foto mit Namen und den Lebensdaten stehen, während sich alle weiteren Angaben gesammelt auf der Rückseite befinden.
[BILD: Beispiel Vorder- und Rückseite]
Zusätzliche Informationen
Auch zusätzliche Informationen können auf der Rückseite festgehalten werden, z. B.:
Adresse für anschließende Zusammenkunft (natürlich nur sofern alle Anwesenden eingeladen sind)
Link zu einem Gedenkportal
Die Innenseiten: Liedtexte und Noten
Im Inneren stehen die Dinge im Mittelpunkt, die während der Trauerfeier tatsächlich gebraucht werden.
Bei einem klassischen Liedheft sind das vor allem die Liedtexte. Achtet auf eine ausreichend große Schrift und einen guten Kontrast – schließlich sollen damit alle Trauergäste problemlos mitsingen können.
Strophen sollten klar voneinander getrennt sein. Einen wiederkehrenden Refrain könnt ihr beispielsweise durch Fettdruck hervorheben.
Welche Strophen werden tatsächlich gesungen?
Ihr müsst nicht zwangsläufig den vollständigen Liedtext abdrucken. Wenn beispielsweise nur die Strophen 1, 2 und 5 gesungen werden, ist es für die Trauergäste oft sogar übersichtlicher, wenn auch nur diese Strophen auf dem Liedblatt erscheinen. So muss während des Singens niemand überlegen, welche Strophe als Nächstes an der Reihe ist.
Liedtexte mit Noten
Bei manchen Liedern kann es hilfreich sein, zusätzlich die Melodie in Notenschrift abzudrucken. Besonders bei Gemeindeliedern unterstützt das diejenigen, die Noten lesen können.
Notwendig sind Noten aber keineswegs immer. Bei einer sehr bekannten Melodie oder wenn Sängerinnen, Orgel, andere Musikerinnen oder ein Instrumental-Playback die Gemeinde deutlich führen, kann ein gut lesbarer Liedtext vollkommen genügen.
Welches Papier eignet sich?
Normales Druckerpapier mit 80 g/m² funktioniert grundsätzlich – besonders, wenn das Liedblatt möglichst günstig und ressourcenschonend bleiben soll.
Dünneres Papier würde ich nicht empfehlen, weil da oft Text von der Rückseite durchscheint und das Lesen erschwert.
Etwas hochwertiger wirkt stärkeres Papier. Für ein kleines gefaltetes Heft finde ich ungefähr 100 bis 120 g/m² meist einen guten Mittelweg: Es fühlt sich wertiger an, lässt sich aber noch gut falten und blättern.
Bei deutlich stärkerem Papier solltet ihr bedenken, dass die Falzkante schnell weniger sauber wird. Besonders bei mehreren ineinandergelegten Seiten wird ein Heft außerdem unnötig dick. Für ein hochwertiges Deckblatt eines mehrseitigen Programmheftes kann dagegen bewusst stärkeres Papier verwendet werden als für die Innenseiten.
Matt oder glänzend?
Für Lied- und Programmhefte würde ich in den meisten Fällen mattes oder ungestrichenes Papier bevorzugen.
Es lässt sich angenehm lesen, verursacht weniger störende Lichtreflexionen und wirkt häufig natürlicher. Hochglänzendes Fotopapier kann zwar Bilder brillant wiedergeben, ist für ein Heft mit viel Text aber meist weniger praktisch.
Auch leicht cremefarbenes oder naturweißes Papier kann sehr elegant wirken – achtet dabei lediglich darauf, dass Fotos und Gestaltungselemente darauf gegebenenfalls etwas anders aussehen als auf reinweißem Papier.
Schwarz-Weiß oder Farbe?
Auch ein vollständig in Schwarz-Weiß gestaltetes Liedblatt kann sehr hochwertig aussehen. Gerade mit einem guten Schwarz-Weiß-Porträt oder einer Zeichnung und einer schönen Typografie braucht es nicht unbedingt Farbe.
Wenn ihr Farbfotos, Blumen oder andere farbige Gestaltungselemente verwenden möchtet, könnt ihr natürlich in Farbe drucken. Bei einer größeren Zahl von Trauergästen macht sich das allerdings schnell beim Preis bemerkbar.
Eine Möglichkeit ist deshalb, nur mit wenigen dezenten Farbakzenten zu arbeiten oder nur das Deckblatt farbig und die übrigen Seiten schwarz-weiß zu gestalten.
Richtig drucken und falten
Für ein vierseitiges A5-Heft benötigt ihr lediglich ein A4-Blatt, das beidseitig bedruckt und anschließend mittig gefaltet wird. Wichtig ist dabei jedoch die richtige Anordnung der Seiten. Auf dem flachen A4-Bogen liegen die Seiten nämlich nicht einfach in der Reihenfolge 1–2 beziehungsweise 3–4 nebeneinander.
Am einfachsten ist es, wenn euer Computer-Programm eine Funktion wie „Broschüre“ oder „Booklet“ für den Druck anbietet. Sie ordnet die Seiten automatisch so an, dass sie nach dem Falten in der richtigen Reihenfolge erscheinen.
Mein Tipp: Macht vor dem endgültigen Druck unbedingt einen Probedruck. So könnt ihr kontrollieren:
Stehen alle Seiten richtig herum?
Befinden sie sich nach dem Falten in der richtigen Reihenfolge?
Ist die Schrift groß genug?
Liegt nichts zu nah am Rand oder Falz?
Scheint die Rückseite zu stark durch?
Sind Fotos ausreichend hell und kontrastreich?
Erst danach würde ich die gesamte benötigte Auflage drucken.
Wie viele Liedblätter braucht ihr?
Als Ausgangspunkt könnt ihr euch an der erwarteten Zahl der Trauergäste orientieren.
Es muss allerdings nicht zwangsläufig für jeden einzelnen Gast ein Exemplar vorhanden sein. Paare oder Familien teilen sich häufig ein Liedblatt. A
ndererseits nehmen manche Menschen das Heft nach der Trauerfeier gern als Erinnerungsstück mit. Wenn das Liedblatt bewusst auch als Andenken gestaltet wurde, würde ich deshalb lieber einige Exemplare mehr einplanen. Übrig gebliebene Hefte können außerdem für Familienmitglieder aufgehoben werden, die nicht an der Trauerfeier teilnehmen konnten.
Nachhaltiger gestalten
Bevor ihr Liedblätter drucken lasst, lohnt sich zunächst die Frage, ob sie überhaupt benötigt werden. Manche Kirchen, Kapellen oder Bestattungshäuser verfügen über Gesangbücher, die während der Trauerfeier genutzt werden können. Sind eure ausgewählten Lieder darin enthalten, ist das eine unkomplizierte und ressourcenschonende Lösung.
Wenn ihr eigene Liedblätter möchtet, könnt ihr die Auflage realistisch planen, Recyclingpapier wählen und auf unnötig viele Seiten verzichten.
Ein persönlich gestaltetes Heft, das anschließend als Erinnerung mitgenommen und aufbewahrt wird, erfüllt allerdings auch mehr als den einen Zweck – im Gegensatz zu einemBlatt, das unmittelbar nach der Feier entsorgt wird.
Urheberrecht bei Liedtexten und Noten
Bei einem so ausführlichen Artikel über die Gestaltung von Liedblättern darf natürlich auch dieser Hinweis nicht fehlen: Dass ein Lied bei einer Trauerfeier gesungen werden darf, bedeutet nicht automatisch, dass sein Liedtext oder seine Noten beliebig vervielfältigt werden dürfen.
Viele Lieder und Noten sind urheberrechtlich geschützt. Vor dem Abdruck solltet ihr deshalb klären, ob die jeweilige Nutzung erlaubt ist beziehungsweise welche Lizenz dafür benötigt wird. Das gilt auch dann, wenn ihr Notenvorlagen aus dem Internet verwendet. Auch bei gemeinfreien Werken können konkrete Bearbeitungen, Übersetzungen oder Notenausgaben weiterhin geschützt sein.
Wenn ihr unsicher seid, fragt am besten einfach beim Urheber nach. Ich habe noch nicht erlebt, dass jemand die Vervielfältigung seiner Notenvorlage für den privaten Gebrauch bei einer Trauerfeier verboten oder deshalb Beschwerde eingereicht hat.
Ihr müsst nicht selbst gestalten!
Häufig übernehmen Bestattungshäuser die Gestaltung und den Druck von Liedblättern oder Programmheften. Fragt deshalb ruhig nach, ob dies bei euch angeboten wird.
Wenn ihr eure Trauerfeier mit mir gestaltet und das Bestattungsunternehmen keine Liedblätter erstellt, kann auch ich die Gestaltung und Organisation des Drucks übernehmen. Vom schlichten Liedblatt für den Gemeindegesang bis zum ausführlicheren, persönlich gestalteten Programmheft können wir gemeinsam überlegen, was zu eurer Trauerfeier passt. Der Preis richtet sich dabei nach Gestaltungsaufwand, Seitenzahl, Papierqualität, Farbigkeit und benötigter Auflage.
Hier erfahrt ihr mehr über meine Begleitung als Sängerin oder Rednerin:
Vom Liedblatt zum ausführlichen Programmheft
Das Liedblatt lässt sich auch noch erweitern. Statt ausschließlich Liedtexte abzudrucken, könnt ihr eine Seite beispielsweise dem Ablauf der Trauerfeier widmen. So wissen die Gäste, was sie während der Feier erwartet und an welchen Stellen sie selbst beteiligt sind.
Bei einem solchen Programm können auch die Titel der Musikstücke sowie Komponistinnen oder Interpretinnen genannt werden. Ebenso könnt ihr die Mitwirkenden aufführen.
Wird mehr Platz benötigt, muss es natürlich nicht bei vier Seiten bleiben. Mehrere gefaltete Blätter können ineinandergelegt und beispielsweise mit zwei Heftklammern oder einem Schmuckband im Falz zu einem kleinen Programmheft verbunden werden.








