musikformate zur trauerfeier: links harfe, mittig radio, rechts dudelsack, im hintergrund marching band und kapelle

Formate für Livemusik

Ideen und Informationen zu beliebten und besonderen Musikformaten und Besetzungen für Trauerfeiern

Fliegende Schirmchen einer Pusteblume vor grünem Hintergrund

Live-Musik bei Trauerfeiern

Live-Musik kann einer Trauerfeier eine ganz besondere Atmosphäre geben. Und sie ist wesentlich vielseitiger, als man im ersten Moment vielleicht denkt.

Orgel, Klavier oder Gitarre sind vertraute Begleiter eines Abschieds. Doch warum nicht auch eine Geige am Grab, eine Harfe in der Kapelle oder – wenn es zum verstorbenen Menschen passt – ein Jazz-Trio, eine E-Gitarre oder sogar eine Marching Band?

Hier möchte ich euch einige Live-Musik-Formate für Trauerfeiern vorstellen – von vertrauten Klassikern bis zu Ideen, die man auf deutschen Friedhöfen bislang eher selten erlebt.

Orgel und Gemeindegesang

Vor allem bei kirchlichen Trauerfeiern gehört die Orgel zu den traditionsreichsten Formen der musikalischen Begleitung. Sie kann den Ein- und Auszug begleiten, Raum für einen Moment des Innehaltens schaffen oder den gemeinsamen Gesang tragen.

Gerade vertraute Kirchenlieder bekommen eine besondere Wirkung, wenn die gesamte Trauergemeinde miteinander singt. Dabei geht es nicht um musikalische Perfektion. Die vielen Stimmen im Raum können ein starkes Gefühl von Gemeinschaft entstehen lassen – und manchmal ist es tröstlich, nicht nur zuzuhören, sondern selbst Teil der Musik zu sein.

Schaut gern auch hier: Tipps zur Gestaltung der Liedblätter

Klavier oder Gitarre mit Sologesang

Eine Sängerin oder ein Sänger, begleitet von Klavier oder akustischer Gitarre, gehört zu den vielseitigsten Möglichkeiten für Live-Musik bei einer Trauerfeier.

Von einem schlichten Volkslied über Pop- und Rockballaden bis zu Musical, Chanson oder geistlicher Musik lässt sich beinahe jedes Genre auf diese Weise umsetzen. Auch ein Lied, dessen Original eigentlich viel größer instrumentiert ist, kann in einer reduzierten Fassung eine ganz neue Intimität bekommen.

Besonders persönlich wird es natürlich, wenn ein Lied ausgewählt wird, das mit dem verstorbenen Menschen verbunden ist – unabhängig davon, ob es ursprünglich als „Trauerlied“ gedacht war.

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Klassischer Chor

Auch Chorgesang hat eine lange Tradition bei Trauerfeiern. Ein klassischer Chor kann geistliche Werke, Choräle, Volkslieder oder mehrstimmige weltliche Stücke gestalten.

Dabei kann ein Chor ganz unterschiedliche Wirkungen entfalten: feierlich und kraftvoll, aber ebenso ruhig und zart. Besonders eindrucksvoll ist der natürliche Klang mehrerer Stimmen natürlich in einer Kirche oder Kapelle mit entsprechender Akustik.

Vielleicht hat der verstorbene Mensch sogar selbst in einem Chor gesungen. Dann kann die Mitwirkung genau dieses Chors weit mehr sein als musikalische Begleitung: Sie wird zu einem sehr persönlichen letzten Gruß von Menschen, mit denen über viele Jahre gemeinsam Musik gemacht wurde.

Gospelchor – viele Stimmen, viel Gefühl

Für den Gospelchor gilt natürlich das Gleiche wie für den klassischen Chor – es ist nur ein anderer musikalischer Stil. Die afro-amerikanische Kirchenmusik ist bei uns vor allem beliebt für den besonders kraftvollen Gesang, die Energie und Lebensfreude, die bei der Gospel-Musik spürbar ist. Natürlich gibt es aber auch ganz ruhige und emotionale Gospel-Stücke, die ebenso ergreifend sein können.

Gospel ist die "frohe Botschaft" und stark von christlichem Glauben geprägt. Deshalb sollte nicht nur der Sound gefallen, sondern auch die Botschaft der ausgewählten Stücke zu dem verstorbenen Menschen und seinen Angehörigen passen. Wer sich damit identifizieren kann, findet im Gospel eine Form der Trauermusik, die Trauer und Hoffnung sehr eindrucksvoll miteinander verbindet.

Gemeinsam mit meinem Lebensgefährten James Simpson, dem musikalischen Leiter der weltberühmten Harlem Gospel Singers, berate ich euch gern zu diesem Thema.

Geige – in der Kapelle oder am Grab

Die Violine kommt ganz ohne große Besetzung aus und kann dennoch einen Raum oder eine Grabstelle musikalisch füllen. Ihr Klang eignet sich sowohl für klassische Werke als auch für Filmmusik, Folk, Popmelodien oder traditionelle Lieder.

Besonders schön kann eine Geige den Übergang zwischen verschiedenen Teilen des Abschieds begleiten: beim Auszug aus der Kapelle, auf dem Weg nach draußen oder schließlich direkt an der Grabstelle.

Auch ein kleines Streicherensemble – etwa Violine und Cello oder ein Streichquartett – ist natürlich möglich. Und Geige ist auch eine schöne Ergänzung zum Gesangs-Duo mit Klavier oder Gitarre.

Dudelsack beim Trauerzug

Der Dudelsack ist in Deutschland bei Trauerfeiern weniger alltäglich, in anderen Ländern aber eng mit zeremoniellen Abschieden verbunden.

Seine große Stärke liegt im Freien. Ein Piper kann beispielsweise den Sarg oder die Urne auf dem Weg zur Grabstelle begleiten oder nach der Beisetzung noch einmal allein spielen, während die Trauergäste zuhören.

Gerade durch seinen unverwechselbaren, weithin hörbaren Klang entsteht dabei eine sehr besondere Atmosphäre. Für Menschen mit einer Verbindung zu Schottland, Irland oder entsprechender Musik kann das außerdem einen starken persönlichen Bezug haben.

Solo-Trompete – ein musikalischer Abschiedsgruß

Eine einzelne Trompete kann bei einer Trauerfeier eine große Wirkung entfalten. Ihr klarer, weithin hörbarer Klang eignet sich besonders (aber natürlich nicht nur) für Momente unter freiem Himmel – etwa auf dem Weg zur Grabstelle oder als letzter musikalischer Gruß nach den Abschiedsworten am Grab.

Eine besondere Tradition hat die Trompete bei militärischen Trauerfeiern sowie bei Abschieden von Mitgliedern der Feuerwehr, von Schützenvereinen und anderen Gemeinschaften. Stücke wie "Ich hatt’ einen Kameraden" können hier eine zeremonielle Bedeutung haben.

Die Solo-Trompete ist aber auf solche traditionellen Anlässe keineswegs beschränkt. Auch Choräle, klassische Musik, Hymnen wie "Amazing Grace" oder ganz persönliche Lieblingslieder lassen sich als instrumentale Melodie spielen. So kann sie ebenso gut Teil einer individuell gestalteten Trauerfeier sein, bei der es gar keinen Bezug zu Militär oder Vereinsleben gibt.

Harfe – leise, warm und außergewöhnlich

Eine Harfe wirkt auf einer Trauerfeier außergewöhnlich, ohne sich dabei in den Vordergrund drängen zu müssen. Ihr Klang kann sehr ruhig, warm und beinahe schwebend sein.

Neben klassischer Musik lassen sich auf der Harfe auch bekannte Melodien und moderne Songs arrangieren. Sie kann allein gespielt oder beispielsweise mit Gesang, Flöte, Geige oder Cello kombiniert werden.

Gerade für einen sehr stillen, intimen Abschied kann das eine wunderschöne Alternative zu den bekannteren Instrumenten sein.

Jazz-Trio mit Saxophon

Ein kleines Jazz-Ensemble, beispielsweise mit Saxophon, Klavier und Kontrabass, kann sowohl melancholische Balladen als auch warme, lebensbejahende Musik spielen. Die Besetzung lässt sich natürlich variieren und beispielsweise um Schlagzeug, Trompete oder Gesang erweitern.

Besonders naheliegend ist ein solches Format, wenn Jazz zum Leben des verstorbenen Menschen gehörte. Aber auch unabhängig davon kann der warme Klang eines Jazz-Saxophons einem Abschied eine ganz eigene Atmosphäre geben.

E-Gitarre – auch Rock darf Trauermusik sein

Bei „Live-Musik zur Trauerfeier“ denken vermutlich die wenigsten zuerst an eine elektrische Gitarre. Für einen Menschen, dessen Herz für Rock oder Metal schlug, kann sie aber sehr viel passender sein als traditionelle Orgel oder klassische Geige.

Dabei muss eine E-Gitarre keineswegs laut sein. Ein einzelner Gitarrist kann eine Rockballade instrumental spielen oder bekannte Melodien ruhig und reduziert interpretieren. Mit Gesang, weiteren Gitarren, Bass und Schlagzeug wäre aber ebenso eine richtige Bandbesetzung denkbar.

Und wenn es sich für euch stimmig anfühlt, darf es in der Trauerfeier als "Lebensfeier" sogar auch mal etwas lauter werden.

Eine Band – warum eigentlich nicht?

Damit sind wir bei einer Möglichkeit, die in vielen Ländern Standard, in Deutschland auf Trauerfeiern aber noch vergleichsweise ungewöhnlich ist: eine komplette Live-Band.

Ob Rockband, Soulband, Folk-Ensemble oder die frühere Band des verstorbenen Menschen – wenn diese Musik zu seinem Leben gehörte, gibt es keinen Grund, weshalb sie beim Abschied keinen Platz haben sollte.

Natürlich müssen Raumgröße, Lautstärke, Technik und die Vorgaben des jeweiligen Friedhofs berücksichtigt werden. Manchmal bietet sich deshalb auch ein anderer Ort für die eigentliche Abschiedsfeier an.

New Orleans: Der musikalische Trauerzug

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür, wie anders Trauermusik gedacht werden kann, findet sich in New Orleans.

Bei den berühmten Jazz Funerals begleitet traditionell eine Brass Band den Trauerzug. Die Musik kann zunächst getragen und traurig sein und sich im weiteren Verlauf verändern: Der Abschied wird zunehmend von lebendiger Musik, Bewegung und dem gemeinsamen Erinnern an das Leben des verstorbenen Menschen geprägt.

Diese Tradition hat tiefe kulturelle und historische Wurzeln und ihre Grundidee kann inspirieren: Trauer und Lebensfreude müssen sich bei einem Abschied nicht gegenseitig ausschließen.

Auch hierzulande wäre ein von einer kleinen Brass- oder Marching-Band begleiteter Weg zum Grab möglich – besonders dann, wenn diese Musik eine echte Verbindung zum verstorbenen Menschen hat.

Fliegende Schirmchen einer Pusteblume vor grünem Hintergrund

Welche Live-Musik passt zu eurem Abschied?

Vielleicht ist es die Orgel, die schon bei unzähligen Familienfeiern in derselben Kirche gespielt hat und ganz selbstverständlich dazugehört, weil euch die Tradition Trost gibt. Vielleicht ist es aber auch eine einzelne Geige am Grab. Vielleicht die Sängerin mit Klavier, ein Chor, ein Saxophon – oder eben die E-Gitarre.

Bei der Auswahl würde ich weniger danach fragen:

„Welche Musik gehört auf eine Trauerfeier?“

Sondern viel mehr:

„Welche Musik gehörte zu diesem Menschen?“

Nicht jede ungewöhnliche Idee muss umgesetzt werden, nur weil sie möglich ist. Und umgekehrt muss eine vertraute Form nicht verworfen werden, nur weil sie traditionell ist. Eine Orgel kann genauso persönlich sein wie eine Jazzband.

Entscheidend ist nicht, wie außergewöhnlich die Musik ist – sondern ob sie zu dem Abschied passt, den ihr gestalten möchtet.

Live-Gesang & Musikerinnen für eure Trauerfeier

Ich selbst begleite Trauerfeiern als Sängerin und singe sowohl weltliche als auch christliche Trauermusik aus unterschiedlichen Genres und in verschiedenen Sprachen. Je nach gewünschtem Rahmen ist Live-Gesang unter anderem mit Begleitung durch Klavier, Gitarre, Trio (z. B. Saxophon oder Geige), Band oder Chor möglich.

Wenn ihr euch eine andere Besetzung wünscht, unterstütze ich euch ebenfalls gern. Über meine Künstlervermittlung kann ich passende Musikerinnen und Ensembles für eure Trauerfeier anfragen – vom einzelnen Instrument bis zur größeren Besetzung.

Ihr habt eine bestimmte musikalische Idee und wisst noch nicht, wie sie sich umsetzen lässt? Dann erzählt mir davon. Gemeinsam schauen wir, welche musikalische Begleitung zu eurem Abschied passt.

Fliegende Schirmchen einer Pusteblume vor grünem Hintergrund

Musikvorschläge

In den folgenden Artikeln findet ihr konkrete Musikstücke zur Trauerfeier: