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Trauerrede vorbereiten

Themen und Fragen für das Trauergespräch – von Kindheit und Familie über Beruf, Hobbys und Persönlichkeit bis zur Gestaltung der Trauerfeier

Fliegende Schirmchen einer Pusteblume vor grünem Hintergrund

Fragen für unser Gespräch

Vielleicht steht unser Trauergespräch schon bevor und ihr fragt euch, was euch dort erwartet – oder möchtet euch vorher in Ruhe schon mal ein paar Gedanken machen und Erinnerungen sammeln.

Dann kann euch diese Übersicht als Orientierung dienen. Sie enthält viele der Themen, über die wir in einem Trauergespräch sprechen können. Dabei gilt ganz ausdrücklich: Ihr müsst euch nicht vorbereiten und schon gar nicht jede Frage beantworten können.

Jedes Leben ist anders und nicht jedes Thema ist in jedem Lebenslauf bedeutsam. Wenn jemand nie gern gelesen hat, interessieren uns auch keine Lieblingsbücher. Wenn der Beruf dagegen ein wichtiger Teil des Lebens war, dürfen wir darüber ausführlicher sprechen. Vielleicht fallen euch zu einem Thema zehn Geschichten ein und zu einem anderen gar nichts – das ist vollkommen in Ordnung.

Auch Jahreszahlen und Daten müsst ihr nicht alle vorher nachschlagen. Für eine persönliche Trauerrede sind Erinnerungen, Eigenheiten und Geschichten meist viel wichtiger als ein lückenloser Lebenslauf.

Vorab: Wer gehört zur Familie?

Zu Beginn verschaffen wir uns einen Überblick über die Familie. Das hilft mir, den Namen und Geschichten im weiteren Gespräch folgen zu können und darauf zu achten, dass im Eifer der Erzählung niemand vergessen wird.

Hier können unter anderem dazugehören:

  • Eltern und gegebenenfalls Stiefeltern

  • Geschwister sowie besonders nahestehende Schwäger*innen, Nichten und Neffen

  • Partner*innen und gegebenenfalls frühere wichtige Partnerschaften

  • Kinder und Stiefkinder

  • Schwiegerkinder

  • Enkel- und Urenkelkinder

  • weitere Verwandte, zu denen eine besonders enge Beziehung bestand

  • Großeltern oder andere Bezugspersonen, die in der Kindheit wichtig waren

Vornamen reichen hier vollkommen aus.

Auch einige wichtige Daten können für die zeitliche Orientierung hilfreich sein – beispielsweise Hochzeiten, Geburten der Kinder oder der Tod eines nahestehenden Menschen. Sie müssen nicht unbedingt auf den Tag genau bekannt sein. Ein ungefähres Jahr oder ein Lebensabschnitt genügt häufig schon.

Wenn Enkel- oder Urenkelkinder bei der Trauerfeier dabei sein werden, ist für mich außerdem ihr ungefähres Alter interessant. So kann ich überlegen, ob und wie sie bei der Gestaltung kindgerecht berücksichtigt werden können.

Gibt es schwierige Familienkonstellationen?

Familiengeschichten sind selten vollkommen geradlinig. Trennungen, Streit, Kontaktabbrüche und andere sensible Themen dürfen deshalb ebenfalls angesprochen werden.

Das bedeutet keineswegs, dass sie anschließend in der Trauerrede auftauchen. Im Gegenteil: Manchmal ist es gerade wichtig, dass ich von einem Konflikt weiß, damit ich nicht unbeabsichtigt eine Formulierung wähle, die jemanden verletzt.

Wer wird bei der Trauerfeier dabei sein?

Auch einen ungefähren Eindruck von der Trauergemeinde verschaffe ich mir gern schon zu Beginn.

Findet der Abschied im engsten Familienkreis statt? Kommen Freundinnen? Oder wird eine große Trauergemeinde erwartet, zu der z. B. auch ehemalige Kolleginnen, Vereinsmitglieder, Nachbarinnen oder Kundinnen gehören?

So weiß ich schon während unseres Gesprächs, zu wem ich später sprechen werde. Persönlich und liebevoll darf die Lebensgeschichte natürlich unabhängig von der Größe der Trauergemeinde erzählt werden.

Tod und Trauer

Nun kommen wir zu einem Teil des Gesprächs, der oft besonders schwerfällt: den letzten Tagen und – je nach Geschichte – vielleicht auch Wochen, Monaten oder Jahren.

Dabei geht es nicht nur darum, woran ein Mensch gestorben ist. Mich interessiert auch, wie diese Zeit für ihn und für euch war und bisher verarbeitet wurde.

Die letzte Lebenszeit

Mögliche Fragen sind beispielsweise:

  • Wann und wo ist der Mensch gestorben?

  • Wie alt war er?

  • Ging dem Tod eine Krankheit voraus?

  • Gab es zunehmende Einschränkungen der Mobilität oder Selbstständigkeit?

  • Wie ist der verstorbene Mensch selbst damit umgegangen?

  • Wie kam es schließlich zum Tod?

  • War jemand aus der Familie dabei?

  • Wann habt ihr einander zuletzt gesehen oder gesprochen?

  • Gibt es aus dieser letzten Zeit etwas, das euch besonders beschäftigt?


Wie ausführlich wir darüber sprechen, entscheidet ihr. Gerade bei belastenden Krankheitsverläufen oder traumatischen Umständen müssen nicht alle medizinischen Details erzählt werden, damit ich die Bedeutung dieser Zeit verstehen kann. Wenn es euch hilft, dürft ihr aber auch die Einzelheiten mit mir teilen – nicht weil sie ausführlich in der Trauerrede ausgebreitet werden sollen, sondern damit ich sie passend und einfühlsam zusammenfassen kann.

Wie geht es euch mit dem Verlust?

Auch eure Perspektive und Trauer darf im Gespräch Raum bekommen.

Vielleicht gibt es Gedanken, die euch gerade besonders bedrücken. Vielleicht gibt es aber auch etwas, das euch Trost gibt: das Ende eines langen Leidens, ein letzter gemeinsamer Moment, ein bestimmtes Bild oder die Vorstellung, dass der verstorbene Mensch nun an einem anderen Ort ist.

Dabei können wir beispielsweise darüber sprechen:

  • Was macht den Abschied gerade besonders schwer?

  • Was spendet euch Trost?

  • Gibt es Gedanken oder Erinnerungen, die euch helfen?

  • Habt ihr eine Vorstellung davon, was nach dem Tod kommt?

  • Welche religiösen oder spirituellen Vorstellungen hatte der verstorbene Mensch?

  • Welchen Glauben habt ihr selbst?


Auch hier gibt es selbstverständlich keine „richtigen“ oder falschen Antworten. Ich möchte euch kennenlernen und verstehen, damit ich die Trauerfeier so gestalten kann, dass sie euch auffängt und abholt, wo ihr gerade steht.

Ein Leben von Anfang an

Nun gehen wir gedanklich zurück – ganz an den Anfang.

Dabei soll kein tabellarischer Lebenslauf entstehen. Jahreszahlen und Lebensstationen bilden eher ein Gerüst, an dem wir uns orientieren können, um die Geschichten, Menschen und Erinnerungen zu sortieren und festzuhalten, die dieses eine Leben ausgemacht haben.

Elternhaus und Kindheit

Über die ersten Lebensjahre könnten wir beispielsweise sprechen anhand von:

  • Geburtsort und Geburtsdatum

  • wichtigen Orten der Kindheit

  • Eltern und anderen Bezugspersonen

  • Geschwistern und dem Verhältnis untereinander

  • Wohnsituation und Familienalltag

  • Erziehung und Aufgaben der Kinder in Haushalt, Hof oder Familienbetrieb

  • Hobbys und frühen Leidenschaften

  • Dingen, die von Eltern oder Großeltern übernommen wurden

  • besonderen Erinnerungen und Anekdoten

  • prägenden historischen Ereignissen wie Krieg, Flucht oder Migration


Vielleicht gab es das Haus der Großeltern, in dem jedes Wochenende verbracht wurde. Einen Bruder, mit dem ständig Unsinn gemacht wurde. Eine Aufgabe auf dem elterlichen Hof, die gehasst wurde. Oder ein Hobby, das schon als Kind begann und ein ganzes Leben lang blieb.

Schule, Ausbildung und Beruf

Auch Schule und Beruf können sehr unterschiedlich viel Raum einnehmen.

Zur Kindheit und Jugend können beispielsweise interessant sein:

  • Grundschule und weiterführende Schule

  • Lieblingsfächer – oder ausdrücklich ungeliebte Fächer

  • schulische Erfolge und Misserfolge

  • Arbeitsgemeinschaften und andere Aktivitäten

  • erste Nebenjobs

  • Ausbildung oder Studium

  • gegebenenfalls Wehr- oder Ersatzdienst


Für das spätere Berufsleben können wir uns fragen:

  • Welchen Beruf hat der Mensch ausgeübt?

  • Wie verlief sein beruflicher Weg?

  • Hat er gern gearbeitet?

  • Was war ihm bei seiner Arbeit wichtig?

  • Gab es besondere Erfolge oder berufliche Ziele?

  • Welche Beziehungen bestanden zu Kolleginnen?

  • Gibt es typische oder lustige Geschichten aus dem Arbeitsleben?

  • Wie wurden schwierige Phasen wie Arbeitslosigkeit oder berufliche Veränderungen erlebt?

  • Wie war später der Übergang in den Ruhestand?


Für manche Menschen ist der Beruf ein wesentlicher Teil ihrer Identität. Für andere war er vor allem das, womit das Geld für das eigentliche Leben verdient wurde. Dies berücksichtige ich natürlich auch bei der Gewichtung dieser Themen in der Trauerrede.

Partnerschaft und Familie

Nun kommen wir zu den Menschen, mit denen das eigene Leben oft besonders eng verbunden war.

Liebe und Partnerschaft

Wenn es eine wichtige Partnerschaft gab, interessieren mich weniger nüchterne Eckdaten als die gemeinsame Geschichte dahinter:

  • Wie und wo habt ihr euch kennengelernt?

  • Wie seid ihr zusammengekommen?

  • Was hat euch miteinander verbunden?

  • Wann und wie habt ihr geheiratet?

  • Was habt ihr gern gemeinsam gemacht?

  • Was war vielleicht ganz typisch für eure Beziehung?

  • Welche gemeinsamen Herausforderungen habt ihr bewältigt?


Auch frühere Ehen und Lebenspartnerschaften können Teil der Lebensgeschichte sein – insbesondere dann, wenn aus ihnen Kinder hervorgegangen sind oder die Beziehung einen wichtigen Lebensabschnitt geprägt hat.

Kinder, Enkel und Urenkel

Wie hat sich die Familie im Laufe der Jahre entwickelt? Welche Rolle spielten Kinder, Schwiegerkinder, Enkel oder Urenkel?

Wie war der Mensch, den wir nun verabschieden, als Mutter, Vater, Oma, Opa oder Uroma? Welche gemeinsamen Rituale gab es? Was wurde zusammen unternommen? Wofür konnte man immer zu ihm kommen? Was hat er seinen Kindern oder Enkeln beigebracht? Und welche Geschichten werden in der Familie vermutlich noch in vielen Jahren erzählt?

Das gemeinsame Zuhause

Auch die Art, wie eine Familie zusammengelebt hat, kann viel über einen Menschen erzählen:

  • Wie sah der Familienalltag aus?

  • Wie wurden Aufgaben verteilt?

  • Welche Traditionen gab es?

  • Wie wurden Geburtstage, Weihnachten oder andere Feste gefeiert?

  • Welche Ausflüge und Urlaube gehören zu den gemeinsamen Erinnerungen?

  • Gab es eine Wohnung, ein Haus, einen Garten oder ein anderes Zuhause?

  • Wurde viel gebaut, renoviert, gegärtnert oder liebevoll eingerichtet?

  • Welche Rolle spielten Haustiere?


Bei vielen Umzügen können wir außerdem noch einmal gemeinsam die wichtigsten Wohnorte sortieren. Nicht jeder davon muss später in der Rede vorkommen – manchmal hilft die Reihenfolge aber dabei, andere Ereignisse zeitlich einzuordnen.

Auch schwere Schicksalsschläge innerhalb der Familie dürfen ihren Platz bekommen, wenn sie für das weitere Leben prägend waren.

Freunde, Freizeit und die vielen kleinen Dinge

Bis hierher haben wir bereits viel über den Lebensweg gesprochen. Aber ein Mensch besteht natürlich nicht nur aus Familie und Beruf. Deshalb interessiert mich nun besonders das, was darüber hinaus Freude gemacht hat.

Hobbys, Interessen und Talente

Vielleicht helfen euch diese Fragen:

  • Welche Hobbys gab es?

  • Wofür konnte sich der Mensch begeistern?

  • Welche besonderen Fähigkeiten oder Talente hatte er?

  • War er Mitglied in Vereinen oder anderen Gemeinschaften?

  • Gab es Auszeichnungen oder Dinge, auf die er besonders stolz war?

  • Mit wem wurden bestimmte Interessen geteilt?


Auch Freundschaften gehören hierher. Woher kannte man sich? Was wurde miteinander unternommen? Gab es Freundschaften, die Jahrzehnte überdauert haben?

Und vielleicht gab es einen Spitznamen, unter dem der Mensch für viele sogar bekannter war als unter seinem eigentlichen Vornamen.

Feste, Reisen und besondere Erlebnisse

Manche Erinnerungen hängen an bestimmten Ereignissen:

  • Hochzeiten und Hochzeitsjubiläen

  • runde Geburtstage

  • Schützen-, Vereins- oder Dorffeste

  • besondere Familienfeiern

  • Reisen und Lieblingsurlaubsorte

  • immer wiederkehrende Ausflugsziele


Vielleicht wurde jahrzehntelang derselbe Campingplatz besucht. Vielleicht war die Silberhochzeit ein legendäres Fest. Vielleicht durfte kein Schützenfest ausgelassen werden. Auch solche Dinge gehören zu einer Lebensgeschichte.

Musik, Filme und Bücher

Welche Musik lief im Auto, beim Kochen oder sonntagmorgens im Wohnzimmer? Gab es ein Lied, bei dem sofort mitgesungen wurde, ein besonderes Konzerterlebnis oder durften Bücher im Urlaub nicht fehlen?

Interessant sein können:

  • Lieblingsmusik (auch für verschiedenen Lebensphasen oder Situationen)

  • Lieblingsfilme, Serien oder Fernsehsendungen

  • Bücher oder Zeitschriften

Vor dem Fernseher wurde hauptsächlich geschlafen? In der Zeitung waren vor allem die Kreuzworträtsel interessant? Bücher wurden eher gesammelt als gelesen? Auch das können schöne Erinnerungen sein, die zwischendurch mal schmunzeln lassen.

Essen und Genuss

Auch Essen ist erstaunlich oft mit Erinnerungen verbunden.

  • Hat der Mensch gern gekocht oder gebacken?

  • Gab es ein berühmtes Familienrezept?

  • Was war das Lieblingsessen?

  • Wurde gern essen gegangen?

  • Was durfte bei einem bestimmten Fest niemals fehlen?

  • Gab es etwas, das überhaupt nicht gemocht wurde?


Vielleicht schmeckt ein bestimmter Kuchen für euch für immer nach Oma. Oder jeder in der Familie weiß noch genau, wie der Kaffee getrunken wurde. Solche vermeintlichen Kleinigkeiten können in einer Trauerrede sehr lebendige Bilder entstehen lassen.

Kleidung und äußerer Stil

Manchmal gehörte auch ein bestimmtes Erscheinungsbild unverkennbar zu einem Menschen:

  • Gab es einen typischen Kleidungsstil?

  • Ein Kleidungsstück, das fast immer getragen wurde?

  • Eine Lieblingsfarbe?

  • Schmuck, Hut, Mütze oder andere Accessoires, die einfach dazugehört haben?


Wenn Kleidung nie eine besondere Rolle gespielt hat, brauchen wir natürlich auch darüber nicht zu sprechen.

Mensch & Persönlichkeit

Nachdem wir viel darüber gesprochen haben, was jemand erlebt und getan hat, geht es noch einmal ganz ausdrücklich darum, wer dieser Mensch eigentlich war.

Charakter und Eigenheiten

Wie würdet ihr den Menschen jemandem beschreiben, der ihn nie kennengelernt hat? Welche Eigenschaften fallen euch als Erstes ein?

Vielleicht war er …

  • herzlich oder eher zurückhaltend

  • temperamentvoll oder die Ruhe selbst

  • hilfsbereit

  • stur

  • großzügig

  • neugierig

  • gesellig

  • zuverlässig

  • abenteuerlustig

  • ordentlich – oder ausgesprochen unordentlich.


Dabei müssen wir einen Menschen nicht idealisieren, um liebevoll über ihn zu sprechen. Neben den besten Seiten machen manchmal gerade auch kleine Ecken, Kanten und Macken machen eine Persönlichkeit so liebenswert und wiedererkennbar.

Sprüche, Humor und typische Situationen

Gab es Sätze, die immer wieder fielen? Bestimmte Redewendungen? Einen ganz eigenen Humor?

Was hätte dieser Mensch in einer bestimmten Situation garantiert gesagt oder getan?

Hier dürfen ausdrücklich auch die Geschichten erzählt werden, bei denen ihr im Trauergespräch lachen müsst. Eine Trauerrede darf traurig sein – aber sie darf genauso an das erinnern, worüber ihr miteinander geschmunzelt habt.

Was bleibt?

Zum Ende unseres Blicks auf das Leben stelle ich gern noch einmal zwei sehr offene Fragen:

Was habt ihr von diesem Menschen gelernt oder übernommen?

Das kann eine Lebensweisheit sein. Ein Rezept. Handwerkliches Geschick. Die Liebe zur Musik. Eine bestimmte Art, Weihnachten zu feiern. Vielleicht ertappt ihr euch heute selbst bei einem Satz, über den ihr früher bei euren Eltern die Augen verdreht habt.

Und: Was habt ihr an diesem Menschen besonders geschätzt?

Die Antworten darauf führen häufig sehr unmittelbar zu dem, was euch miteinander verbunden hat – und zu dem, was über den Tod hinaus bleibt.

Was soll nicht in der Trauerrede erwähnt werden?

In einem ausführlichen Gespräch können auch Dinge zur Sprache kommen, die mir helfen, einen Menschen und seine Geschichte zu verstehen, die aber nicht vor die Trauergemeinde gehören. Deshalb klären wir zum Abschluss noch einmal ganz bewusst:

Gibt es etwas von dem, worüber wir gesprochen haben, das ich in der Trauerrede nicht erwähnen soll?

Meist ergibt sich das ohnehin selbstverständlich aus dem Gespräch. Gerade bei sensiblen Familiengeschichten kann es aber guttun, noch einmal ausdrücklich vereinbart zu haben, was vertraulich bleibt.

Wie soll die Trauerfeier gestaltet werden?

Nachdem wir ausführlich über den Menschen gesprochen haben, wenden wir uns der konkreten Gestaltung des Abschieds zu.

Auch hier müsst ihr nicht mit einem fertigen Konzept zu unserem Gespräch kommen. Wir können gemeinsam überlegen, was zu dem verstorbenen Menschen, zu euch und zur geplanten Form der Beisetzung passt.

Ort und Ablauf

Zunächst klären wir die grundlegenden Rahmenbedingungen:

  • Wann und wo findet die Trauerfeier statt?

  • Wo erfolgt anschließend die Beisetzung?

  • Gibt es mehrere Stationen?

  • Gibt es Besonderheiten an der Grabstelle – beispielsweise die Beisetzung bei einem bereits verstorbenen Partner, unter einem Baum oder an einem anderen besonderen Ort?

  • Wird ein Sarg oder eine Urne aufgebahrt?

  • Gibt es bereits Ideen für Blumen, Fotos oder andere Dekoration?

  • Greifen Urne oder Sarg vielleicht eine Lieblingsfarbe, ein Symbol oder ein anderes persönliches Motiv auf?

Wer wird Abschied nehmen?

Nun schauen wir noch etwas genauer auf die Trauergemeinde.

Wie viele Gäste werden ungefähr erwartet? Kommen vor allem Angehörige und Freundinnen oder beispielsweise auch Kolleginnen, Vereinsmitglieder oder Nachbar*innen?

Außerdem können wir überlegen:

  • Gibt es sehr nahestehende Menschen, die nicht anwesend sein können und in der Begrüßung erwähnt werden sollen?

  • Werden kleine Kinder dabei sein und sollen sie besonders berücksichtigt werden?

  • Benötigen Menschen mit eingeschränkter Mobilität Unterstützung?

  • Verstehen alle Gäste Deutsch?

  • Soll ich im Anschluss an die Trauerfeier an alle eine Einladung zu einer gemeinsamen Zusammenkunft aussprechen?

  • Möchtet ihr von mir in der Rede mit „du/ihr“ oder „Sie“ angesprochen werden?

  • Gibt es einen besonderen Dresscode, der den Gästen mitgeteilt wurde?


Religiös, weltlich – oder irgendwo dazwischen?

Eine freie Trauerfeier muss nicht vollkommen frei von religiösen Elementen sein. Wenn Gebete, christliche Texte oder andere religiöse Traditionen für den verstorbenen Menschen oder für euch wichtig sind, können wir sie selbstverständlich einbeziehen. Möglich sind beispielsweise:

  • ein Gebet zum Einstieg

  • das Vaterunser

  • Fürbitten

  • eine kurze Bibellesung

  • andere religiöse oder spirituelle Texte und Rituale


Genauso kann die Trauerfeier vollständig weltlich gestaltet werden.

Und natürlich nehme ich auch gern Gedanken, Texte oder Rituale aus anderen Religionen oder spirituellen Vorstellungen mit auf.

Texte, Bilder und Symbole

Vielleicht gibt es bereits einen Spruch aus der Traueranzeige oder von den Trauerkarten, den ihr gern aufgreifen möchtet.

Auch Gedichte, Zitate, Bilder oder Symbole können in die Gestaltung einfließen. Dabei müssen sie nicht zwangsläufig vorgelesen werden: Manchmal kann ein wiederkehrendes Bild oder Motiv auch als roter Faden durch eine Rede führen, z. B. das Meer, die Reise, die Liebe zur Natur oder der Blick in den Himmel.

Möchte sich jemand persönlich beteiligen?

Vielleicht möchte ein Familienmitglied, eine Freundin oder jemand aus einem Verein selbst einige Worte sprechen. Vielleicht gibt es einen Brief, der vorgelesen werden soll, ohne dass die Person das an diesem Tag selbst übernehmen möchte.

Auch solche Beiträge können wir gemeinsam in den Ablauf integrieren.

Der Abschied am Grab

Wenn eine Beisetzung stattfindet, besprechen wir außerdem, wie dieser letzte Teil gestaltet werden soll.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Wer trägt die Urne?

  • Soll es einen Erd-/Sand- und/oder Blüten-/Blumenwurf geben?

  • Soll die traditionelle Formel „Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zum Staube“ gesprochen werden? Wenn ja: mit eher christlichem oder weltlichem Anschluss?

  • Gibt es Rituale eines Vereins oder einer anderen Gemeinschaft?

  • Soll eine weitere symbolische Handlung stattfinden?

  • Sind Beileidsbekundungen am Grab willkommen oder soll ich vorab darum bitten, darauf zu verzichten?


Vielleicht gibt es darüber hinaus noch ganz eigene Ideen. Nicht jeder Abschied muss nach demselben Schema verlaufen.

Welche Musik soll erklingen?

Wenn wir wissen, welche Elemente wir in der Trauerfeier haben möchten, können wir schließlich über die Musik sprechen, die davor, dazwischen und danach erklingen darf. Musik kann innerhalb einer Trauerfeier ganz unterschiedliche Aufgaben übernehmen: Sie kann Erinnerungen wecken, einen Moment zum Innehalten schaffen, Trost spenden oder etwas ausdrücken, wofür gerade die Worte fehlen.

Wir besprechen deshalb unter anderem:

  • Welche Lieder passen zum verstorbenen Menschen?

  • Gibt es persönliche Lieblingslieder?

  • Soll Musik abgespielt oder auch live vorgetragen werden?

  • Soll die Trauergemeinde gemeinsam singen?

    • Werden dafür Liedblätter benötigt? Wer gestaltet die?

    • Welche Begleitung eignet sich – z. B. Orgel, Klavier, Gitarre oder Playback?

  • An welcher Stelle der Trauerfeier passt welches Lied besonders gut?


Mehr darüber, welche Funktion Musik an unterschiedlichen Stellen eines Abschieds übernehmen kann, findet ihr auch in meinem Impuls Momente für Musik.

Gerne könnt ihr auch in meinen Musikvorschlägen stöbern:

Musik zur Ankunft

Lieder mit Text

Instrumentale Musikstücke

Wenn ihr euch auch Live-Gesang vorstellen könnt, findet ihr hier Hörproben von mir. Verschiedene Formate für Live-Musik stelle ich in einem separaten Artikel vor.

Und wenn euch jetzt noch längst nicht zu allem etwas einfällt?

Dann ist das völlig in Ordnung.

Dieser Fragenkatalog soll keine Hausaufgabe für unser Trauergespräch sein. Ihr müsst weder sämtliche Lebensdaten recherchieren noch die Familiengeschichte chronologisch aufschreiben oder euch zu jedem Punkt eine Anekdote überlegen.

Wenn ihr möchtet, könnt ihr die Fragen aber nutzen, um vorher schon mal in Erinnerungen zu stöbern. Vielleicht schaut ihr alte Fotoalben durch, fragt noch einmal ein anderes Familienmitglied oder schreibt euch zwei, drei Geschichten auf, die auf keinen Fall vergessen werden sollen.

Und manchmal kommen die Erinnerungen auch erst während unseres Gesprächs: Eine Geschichte führt zur nächsten, jemand ergänzt einen Gedanken – und plötzlich ist der Mensch, von dem wir sprechen, für einen Moment wieder wie mit im Raum.