
Vorsorge mit Trauerrede
Vorsorge-Pakete für die Trauerrede und Tipps, wie ihr selbst schon wichtige Punkte für die Trauerfeier festhalten könnt

Wir alle wissen, dass der Tag auch für uns einmal kommen wird. Immer mehr Menschen möchten für den eigenen Tod vorsorgen.
Die Gründe können vielfältig sein. Vielleicht gibt es keine direkten Angehörigen und ihr möchtet sicherstellen, dass sich Freunde und Bekannte trotzdem im Rahmen einer Trauerfeier verabschieden können. Vielleicht möchtet ihr euch auch einfach ein Mitspracherecht für den eigenen Abschied sichern oder eure Lieben durch eine Vorsorge entlasten.
Auch die Trauerrede kann Teil einer solchen Vorsorge sein. Gern können wir gemeinsam euren bisherigen Lebensweg festhalten oder sogar schon einen konkreten Ablauf planen, Musik auswählen und eine Rede hinterlegen. Solltet ihr auch eine Bestattungsvorsorge abschließen, arbeite ich dabei natürlich gern direkt mit dem Bestattungsunternehmen eures Vertrauens zusammen.
In diesem Artikel stelle ich euch meine Vorsorge-Pakete vor und erkläre den Ablauf. Bei Interesse sprecht mich gerne an.
Am Ende gebe ich außerdem Tipps, wie ihr vorgehen könnt, wenn ihr schon mal ein paar wichtige Punkte für eure Trauerrede selbst festhalten möchtet.
Vorsorge-Pakete
VOSORGE: BASIS
In einem ausführlichen Gespräch halten wir euren bisherigen Lebensweg fest. Gemeinsam planen wir den Ablauf der Trauerfeier und ich helfe bei der Auswahl passender Musik, Gebete und anderer Wünsche.
Anschließend fasse ich alles strukturiert in Stichpunkten für euch zusammen und verwahre die Notizen DSGVO-konform in meinem Vorsorge-Archiv.
Ihr selbst erhaltet eine Vorsorge-Mappe. Diese enthält neben meinen Kontaktdaten sämtliche Notizen zu eurem Lebensweg und dem geplanten Ablauf der Trauerfeier sowie ggf. Hinweise für Angehörige.
Selbstverständlich bietet die Mappe auch Platz für über die Trauerrede hinausgehende Wünsche, z.B. zu Anzeige, Grabstelle oder Blumenschmuck, und die Adressen und/oder Telefonnummern eurer Freunde und Verwandten zur Benachrichtigung.
Damit ihr zwischendurch noch Änderungen oder Ergänzungen vornehmen könnt, bietet es sich an, sie einfach bei euch zu Hause aufzubewahren. Damit sie zur gegebenen Zeit direkt zur Verfügung steht, solltet ihr in diesem Fall jedoch euren Angehörigen genau sagen, wo sie die Mappe finden können. Alternativ könnt ihr sie auch direkt einem Angehörigen übergeben oder bei einem Bestattungsunternehmen hinterlegen, wenn ihr dort eine Bestattungsvorsorge abgeschlossen habt. Aktualisierungen könnt ihr dann z.B. gut sichtbar in euer Stammbuch legen, da dieses ja für die Beurkundung geöffnet wird.
Zusätzlich bekommt ihr mehrere Vorsorge-Kärtchen, die ihr z.B. zum Organspende-Ausweis ins Portemonnaie stecken oder an eure Angehörigen geben könnt und die neben meinen Kontaktdaten auch den Aufbewahrungsort der Vorsorgemappe sowie ggf. den Kontakt eures Bestattungsinstituts enthält.
VORSORGE: PLUS
Dieses Paket enthält anstelle von Stichpunkten bereits einen fertig ausgearbeiteten Redeentwurf als Fließtext auf der Grundlage eures bisherigen Lebens. Dieser wird später natürlich um all das Leben, das jetzt noch vor euch liegt, ergänzt.
Aktualisierung der Vorsorge
Wenn nach unserem Vorsorge-Gespräch einige Zeit vergangen ist, kann es sein, dass sich Änderungen oder Ergänzungen ergeben. Diese könnt ihr einfach in eurer Vorsorge-Mappe notieren und mir in Stichpunkten per E-Mail oder Brief zusenden, sodass ich sie auch in meinen Unterlagen hinterlegen kann.
Solltet ihr euch eine umfassende Aktualisierung wünschen, ist aber natürlich auch ein erneutes Gespräch möglich.
BEGLEITUNG DER ANGEHÖRIGEN & TRAUERFEIER
Wenn es so weit ist, wird es vor der Trauerfeier ggf. ein weiteres Gespräch geben – diesmal mit euren Angehörigen, damit sie auch eigene, für sie wichtige Erinnerungen einfließen lassen und euren Lebensweg um die Zeit nach dem Vorsorgegespräch ergänzen können. Sollte ihr keine direkten Familienangehörigen haben, könnt ihr dafür in der Vorsorge auch gern die Kontaktdaten guter Freundinnen hinterlegen.
In der Hoffnung, dass noch viele schöne Jahre voller Leben vor euch liegen, nehme ich als Solo-Selbstständige bei der Vorsorge in der Regel keine Vorauszahlung für das Angehörigengespräch und die Durchführung der Trauerfeier an. Schließlich kann bis dahin noch viel passieren: eure Wünsche können sich verändern, ich selbst kann vor euch sterben, die Inflation rauf oder runter gehen... Allerdings erledigen wir durch unser Gespräch, die Dokumentation und ggf. die Ausarbeitung der Rede natürlich schon viel Vorarbeit, die später auf den Preis für die Begleitung der Angehörigen und der Durchführung der Trauerfeier angerechnet werden kann.
Grundsätzlich geht es bei der Vorsorge für die Trauerrede aber weniger um eine finanzielle Absicherung oder die Garantie, dass ich die Trauerfeier persönlich begleiten werde. Es geht um die beruhigende Gewissheit, wichtige Punkte für euren Abschied selbst festgelegt und festgehalten zu haben.
Wenn ihr auch den Teil finanziell absichern möchtet, bei dem ihr selbst nicht mehr dabei sein werdet, dann könnt ihr z.B. eine Sterbegeldversicherung oder eine Bestattungsvorsorge auf Treuhand-Basis bei einem Bestattungsunternehmen eurer Wahl abschließen.

Tipps für die eigene Dokumentation
Was soll einmal über mich erzählt werden?
Natürlich müsst ihr keine komplette Trauerrede vorbereiten, um für euren eigenen Abschied vorzusorgen. Schon ein paar persönliche Notizen können euren Angehörigen später eine große Hilfe sein – und dafür sorgen, dass in der Trauerrede auch die Geschichten, Erinnerungen und Gedanken vorkommen, die euch selbst wichtig sind.
Ihr könnt dafür zum Beispiel ein Notizbuch oder eine Datei anlegen und darin nach und nach festhalten:
wichtige Stationen und Wendepunkte in eurem Leben, ggf. inkl. Jahreszahlen
Menschen, die euch besonders geprägt haben
schöne, lustige oder typische Geschichten über euch
Dinge, auf die ihr stolz seid
Interessen, Leidenschaften und kleine Eigenheiten
Werte und Überzeugungen, die euch wichtig sind
Gedanken oder Wünsche, die ihr euren Angehörigen mitgeben möchtet
Dabei muss nichts vollständig oder besonders schön formuliert sein. Stichpunkte reichen vollkommen aus. Und vielleicht fallen euch manche Geschichten ohnehin erst nach und nach ein.
Was soll in der Trauerfeier nicht fehlen?
Ihr könnt auch bereits weitere konkrete Elemente festhalten, die ihr euch für die Gestaltung der Trauerfeier wünscht.
Wenn es Angehörige gibt, empfehle ich, ihnen auch noch einen gewissen Spielraum für eigene Ideen einzuräumen, weil die Mitgestaltung der Trauerfeier ihnen später auch bei der Verarbeitung des Abschieds helfen könnte. So könntet ihr z. B. bei fünf Musiktitel, die euch gefallen, zwei markieren, die ich besonders wichtig sind, und die anderen eher als optionale Vorschläge ergänzen.
Die folgende Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Umgekehrt müsst ihr auch nicht alles festlegen – was zählt ist, was euch wichtig ist.
FOTOS – z.B. für vorne während der Trauerfeier, für die Anzeige, Trauerkarten, Liedblätter oder auch eine Dia-Show mit verschiedenen Stationen aus eurem Leben
Am besten wählt ihr nicht nur eins, sondern mehrere aus, damit eure Angehörigen eine kleine Auswahl haben.
Die Bilder müssen nicht alle aktuell sein, sondern können auch verschiedene Lebensphasen zeigen.
MUSIK – sollen bestimmte Lieder oder Musikstücke eingespielt oder live gesungen bzw. aufgeführt werden? Schaut hierzu gern auch in diese Impuls-Artikel:
GEBETE & FÜRBITTEN
natürlich nur, wenn eure Trauerfeier religiöse Elemente enthalten soll
wenn ihr sie nicht selbst ausformulieren wollt, könnt ihr auch Ideen dafür in Stichpunkten festhalten
BIBELTEXTE
natürlich nur, wenn eure Trauerfeier religiöse Elemente enthalten soll
das können konkrete Geschichten als Lesung aus der Bibel sein oder kurze Psalme, die in der Trauerrede aufgegriffen werden können
ihr müsst nicht den gesamten Text abschreiben, die Bibelstelle reicht
SPRÜCHE & GEDICHTE
Vielleicht kennt ihr schöne Gedichte oder Sprüche, die sich für die Gestaltung der Anzeige, Trauerkarten oder als Bestandteil der Trauerrede eignen.
ANDERE TEXTE & THEMEN
Vielleicht gibt es konkrete Meditationstexte oder auch Themen und Bilder wie das Meer, den Horizont, Natur oder Ähnliches, die in der Trauerrede aufgegriffen werden können.
RITUALE
z. B. das Entzünden von Kerzen, das Ablegen schöner Steine oder anderer Gegenstände, die zu euch und eurem Lebensweg passen
BLUMEN
Habt ihr Lieblingsblumen oder Farben? Auch das könnt ihr festhalten. Bedenkt jedoch, dass nicht alle Blumen in jeder Saison zur Verfügung stehen.
PERSÖNLICHE GEGENSTÄNDE
Für eine besonders individuelle Dekoration in der Kapelle kann es auch schön sein, persönliche Gegenstände vorne mit aufzustellen.
Beispiel: Ihr liebt Pferde und wart lange als Reiterin aktiv? Dann kann daran ein Hufeisen erinnern, oder (wenn der Platz es erlaubt) sogar ein Sattel.
Beispiel: Ihr malt gern? Dann haltet doch die Idee fest, ein besonders schönes, von euch gemaltes Bild vorn aufzustellen.
Beispiel: Ihr arbeitet gern mit Holz? Vielleicht gibt es ein paar schöne Arbeiten oder auch Werkzeuge, die ihr oft in der Hand hattet und die in der Kapelle einen Platz finden dürfen.
Ausführlicher Fragenkatalog
Wenn ihr noch ausführlicher vorsorgen möchtet, könnt ihr euch auch selbst einige der Fragen über den Lebensweg und den gewünschten Ablauf der Trauerfeier stellen, die ich mit Angehörigen in meinen Vorbereitungsgesprächen bespreche:
Ausfüllbücher
Eine schöne Möglichkeit, Erinnerungen schon zu Lebzeiten festzuhalten, sind auch sogenannte Erinnerungs- oder Ausfüllbücher. Darin führen Fragen durch verschiedene Lebensphasen und laden dazu ein, Geschichten aufzuschreiben, die im Alltag vielleicht nur selten erzählt werden: Erinnerungen an die eigene Kindheit und Jugend, an Familie und Freundschaften, besondere Erlebnisse, persönliche Werte, Wünsche oder kleine Anekdoten.
Solche Bücher können schon zu Lebzeiten schöne Gespräche anstoßen und bewahren persönliche Geschichten für Kinder und Enkelkinder für später. So können sie eines Tages eine wertvolle Quelle sein, wenn Angehörige versuchen, sich an all die großen und kleinen Dinge zu erinnern, die euch ausgemacht haben – und Ausschnitte können auch in der Trauerrede ihren Platz finden.
Bekannt sind beispielsweise die Bücher der „Erzähl mal!“-Reihe von Elma van Vliet, die es unter anderem für Mütter, Väter, Großmütter und Großväter gibt. Mit dem Suchbegriff "Ausfüllbücher Mama/Papa/Oma/Opa/..." findet ihr aber auch viele andere schöne Varianten.
Oft werden diese Bücher verschenkt, von der beschenkten Person ausgefüllt und anschließend wieder an die Familie zurückgegeben. Es spricht aber ja auch nichts dagegen, selbst die Initiative zu ergreifen.
